Glaubenselixier
Würde ich, wenn ich das Ende wüsste, anfangen?
Würde ich am Morgen aufstehen, Leben stützen, Wachsen begleiten, anpacken, Staub, Schwielen und Schweiß ertragen, wenn ich sehen könnte, was wird? Wenn ich sehen könnte, was am Ende aller Tage geblieben ist? Was mir geblieben ist?
Würde ich die Zukunft kennen können, ich würde sie nicht kennen wollen. Aber ich will glauben, dass sich jeder Gedanke, jedes aufgeschriebene Wort, jede halbwegs gute Tat, jeder bewusst erlebte Augenblick lohnt. Gelohnt haben wird. Dass jede gemeinsame Anstrengung, jede Zuwendung, jedes Gehörtwerden mehr ist als gute Gegenwart. Dass sich sein Sinn in der Zukunft erschließen kann. Erschließen wird. Dass sich am Ende alles gelohnt haben wird. Das will ich glauben. Gegen jede Vernunft.
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#709
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#707
Sie hatte ihrem Mann den Rücken freigehalten.
Als dieser sich nach all den Jahren erstmals umdrehte, erschrak sie aufs Fürchterlichste.
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#696
40 Grad im Schatten
Ein Taxi summt vorbei und verschwindet hinter einem Hochhaus wie ein Statist auf der Flucht von der Bühne.
Ein ratternder Zug in der Ferne faded aus wie der allerletzte Song einer Party, die nie zu enden versprach.
Vertrocknete Blätter gehen auf Reisen und kennen nur eine Richtung: weg von hier.
Im Schatten unter dem Baum weht mir der Wind ins Gesicht. Sommerhitzewind. Wie ein Versprechen, das nicht zu halten war.
Und als wollte der Wind nun auch mich vertreiben. Mir sagen ‚Geh!‘, solange du noch gehen kannst.
Aber ich werde bleiben. Und spüren. Und schauen. Und festhalten. Meine Gedanken. Das Taxi. Den Zug. Die Blätter. Den Wind. Auf gefestigter Haut.
Ich werde bleiben. Bis der Regen kommt.
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#690
Distracted
I plugged my ears
while a conversation was taking place beside me
I watched clips of a late-night show
while two people next to me were laughing together
I checked for messages on the glowing glass plate in my hand
while those coming towards me made way
A world was waiting for me. Had I looked up.
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#681
Was, wenn wir nur für uns handeln würden?
Wenn wir nicht gefallen und beeindrucken wollten, prahlen würden, besser wüssten, drüber stünden und Anerkennung suchten? Wenn es ok für uns wäre, dass andere uns so sehen, wie wir sind?
Wie würden wir uns bewegen? Was anziehen? Was essen? Was würden wir lernen? Singen? Denken? Tun? Wie würden wir zuhören? Was antworten? Wann schweigen?
Vielleicht würden wir, wenn wir ganz bei uns wären, uns kaum wiedererkennen.
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#667
Who hurt you, once,
so far beyond repair
that you would meet each overture
with curling lip?
While we, who knew you well,
your friends, (the focus of your scorn)
could see your courage in the face of fear,
your wit, and thoughtfulness,
and will remember you
with something close to love.
Louise Penny, in "Bury Your Dead"










































