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A Journey Home

all / text only / Johannes Eber / How To Save Democracy


  • #734

    A warm September evening. We have dinner by the open window. The sound of table tennis from the adjacent court accompanies our conversations. About what happened today. What tomorrow will bring. Then we head to the ice cream shop. She gets wild berry yoghurt, he chooses chocolate, I pick blood orange. We stroll through the neighbourhood. It’s dark now, but still warm. And the three of us stroll along as if we were whiling away the time. But I absorb every moment. I am sure we all do. In a way. In three different ways. So precious. While doing so little. The most precious time I can imagine. And life, at this strolling evening, feels as light as it can only feel when you believe in the future. Not in the way that everything will be fine. How could I know. But in the way that in the distant or not-so-distant future, I will be able to say that I didn't miss out on anything. And that is what makes me look to the time ahead with hope. Whatever may come. 
    September 9, 2026

  • #733

    My silence is my self-defence.
    September 8, 2026

  • #732

    mosque by the river / Otoka, Bosnia & Herzegovina / 26 July 2026
    September 8, 2026

  • #731

    Die fünfte Jahreszeit

    …. Eines Morgens riechst du den Herbst. Es ist noch nicht kalt; es ist nicht windig; es hat sich eigentlich gar nichts geändert – und doch alles. Es geht wie ein Knack durch die Luft – es ist etwas geschehen: so lange hat sich der Kubus noch gehalten, er hat geschwankt…, na … na…, und nun ist er auf die andere Seite gefallen. Noch ist alles wie gestern: die Blätter, die Bäume, die Sträucher… aber nun ist alles anders. Das Licht ist hell, Spinnenfäden schwimmen durch die Luft, alles hat sich einen Ruck gegeben, dahin der Zauber, der Bann ist gebrochen – nun geht es in einen klaren Herbst. Wie viele hast du? Dies ist einer davon. Das Wunder hat vielleicht vier Tage gedauert oder fünf, und du hast gewünscht, es solle nie, nie aufhören. Es ist die Zeit, in der ältere Herren sehr sentimental werden – es ist nicht der Johannistrieb, es ist etwas andres. Es ist: optimistische Todesahnung, eine fröhliche Erkenntnis des Endes. Spätsommer, Frühherbst und das, was zwischen ihnen beiden liegt. Eine ganz kurze Spanne Zeit im Jahre.

    Es ist die fünfte und schönste Jahreszeit.

    Kurt Tucholsky, 22.10.1929

    September 7, 2026

  • #730

    plain land / Upper Silesia, Poland / 29 August 2026
    September 7, 2026

  • #729

    You long for something meaningful. Or something enjoyable. You feel you have to fill a gap. Something to forget yourself. So you have chosen a podcast. Or a playlist. So you put on your headphones. Before you head to the tram. Before you go for a run. While you sit in a cafe over coffee and cake. Or while you vacuum.

    What if there is nothing to gain with your headphones on? But to lose. To lose the present. The sound of cars. Birds. The chatter of people. Or even the sound of your vacuum cleaner. The sound of your life. With every sense necessary to capture this life. That very moment. A moment that will never return.

    You say that the sound of a vacuum cleaner is nothing you want to hear. And that you don’t want to listen to chatter. That there is nothing worth remembering. Nothing of value.

    You’d better listen.

    September 6, 2026

  • #728

    Dr. Pong / Berlin, Germany / 02 October 2015
    September 5, 2026

  • #727

    men, around the table / Berlin, Germany / 02 October 2015
    September 5, 2026

  • #726

    Ein Mann steigt am Abend am Bahnhof Hagenow Land in den Fernzug nach Berlin ein. Er macht es sich unmittelbar gemütlich. Zieht seine Schuhe aus, legt die Füße auf den gegenüberliegenden Sitz, klappt das iPad auf, stellt es auf den Tisch, stöpselt drahtlose Kopfhörer ein, wählt einen Film, startet ihn, zieht nach zwei Minuten ein iPhone aus der Hosentasche, scrollt, legt das Handy auf den Tisch, nimmt einen Nussriegel aus einer Tasche, öffnet die Verpackung, nimmt das Handy in die eine Hand, scrollt, nimmt den Riegel mit der anderen Hand, beißt ab, scrollt, schaut auf den Bildschirm des Tablets, scrollt auf dem iPhone, beißt wieder ab, noch einmal, noch einmal, noch einmal, legt das Papier vom aufgegessenen Nussriegel neben das iPad auf den Tisch, schaut auf den Bildschirm, schaut aufs Handy, schaut auf sein weißes Hemd und sein blaues Jacket, wischt mit der freien Hand Krümel von beiden, greift mit beiden Händen das Handy, tippt, hält inne, tippt, wischt zur Seite, scrollt, scrollt, schaut auf den iPad-Bildschirm, schaut aufs Handy, scrollt, scrollt, scrollt. – Keine zehn Minuten sind seit dem Halt in Hagenow Land vergangen. Das Display im Großraumwagen zeigt die Reisegeschwindigkeit: 225 Kilometer pro Stunde. Nächster Halt: Wittenberge. Der Mann trinkt jetzt eine Cola Zero. Und scrollt. Und tippt. Und scrollt. Würde er in diesem Augenblick auf seinen iPad-Bildschirm schauen, sähe er eine Frau durch ein Maisfeld um ihr Leben rennen.  
    September 3, 2026

  • #725

    Sehnsucht ist unheilbar.

    September 2, 2026

  • #724

    by water / Opole, Poland / 29 August 2026
    September 1, 2026

  • #723

    Why I always write things down

    Because I understand the world through writing.

    For me, writing is the only way to really understand.

    But there are two different ways of writing.

    These two ways are not fundamentally different. They differ in one crucial respect.

    The first way I use to find answers to questions like these: What are the differences between Polish and German society? What is the best way to fight populist parties? To get an answer, I do some research, listen to what others know, collect what I find interesting, and structure ideas. It is an outward-facing process.

    And it doesn’t stop with reading. For things to make sense to me, I have to channel those thoughts into written structure, into words, sentences, paragraphs.

    I call this outward-facing writing.

    Then there is another way of writing. I call it the know-what-I-already-know-writing.

    With this, I am not looking outside. I don’t googling it; I don’t ask Claude or people. I ask myself. How can I do good to other people without forgetting myself in the process? What do I love by taking the train? For questions like these, I ask myself, collect thoughts, and cluster them. This writing is only about me. What is inside of me, I let out. Again, I don’t just read or think about these questions. I write down what I am thinking. Initially uncontrolled, later organised, finally revised.

    These are the two ways. For both: Only the polished and finished text reflects my thought process. My finished thought process.

    Not finished for good. Just finished for now. What is written isn’t set in stone. I might think differently tomorrow. I often do. Slightly different. Sometimes completely different. And my thinking and writing always have errors. That is okay. It is even important. With thoughts written down, criticism becomes possible. Because one can engage more effectively with the written word.

    And so I write and write. Outwardly and inwardly. Almost every day. And in doing so, I make sense of my world. Does it make me any wiser? I do not know. I hope so. What I do know is that writing makes me happy and content. It allows me to feel at home in the world. Because one can only feel at home in a world one understands, right? Or at least, when you think you have understood the world. Besides that, writing helps me remember later on. And perhaps it helps me be remembered, too.

    August 31, 2026

  • #722

    books / Weimar, Germany / 01 June 2024
    August 31, 2026

  • #721

    representatives / Tauberbischofsheim, Germany / 17 August 2026
    August 27, 2026

  • #720

    Erinnerst du dich, als wir aufbrachen? Als wir jung waren und losgingen. Nicht weil wir gehen wollten. Sondern weil wir weg wollten. Weit weg. Weil wir brechen wollten mit dem Alten. Mit den Alten.  

    Und wo sind wir gelandet? Nirgendwo. Wir gehen immer noch. Aber jetzt, um des Gehens Willen. Nicht um wegzugehen. Nicht um anzukommen. Um unterwegs zu sein. Ein Leben lang.

    August 27, 2026

  • #719

    conquerors / Berlin, Germany / 24 May 2026
    August 23, 2026

  • #718

    Wer wären wir ohne die anderen? 
    Wären wir ein anderer? Eine andere?
    Die Antwort ist schlicht. Wir wären nicht. 
    Nicht gezeugt. 
    Nicht geboren. 
    Nicht geworden. 
    Ohne die anderen. 
    Wir leben deshalb besser zusammen. Und schauen. Und lernen. Und werden. Wer wir sind. 

    August 23, 2026

  • #717

    input / Berlin, Germany / 25 September 2015
    August 20, 2026

  • #716


    Es gibt dieses Foto von meinem Vater beim Spazierengehen.

    Ich habe es im Alter von zehn Jahren gemacht, im Jahr 1981. Ich erinnere mich nicht. Mein Vater hat es so in ein Album neben das Foto geschrieben.

    Dieses Foto ist anders als fast alle Fotos der 17 Alben, die ich in der Wohnung meiner verstorbenen Mutter gefunden, durchgeblättert und abfotografiert habe.

    Was so anders ist?

    Ich denke, wir fotografieren viel zu selten das Leben wie es ist. Wir fotografieren Ideen vom Leben. Wie es sein soll. Vor allem fotografieren wir Rituale. Nicht den Tod, sondern die Beerdigung. Nicht das Zusammensein, sondern Urlaube. Nicht die Geburt, sondern die Taufe. Nicht die Liebe, sondern die Hochzeit.

    Zumindest die Generation meiner Eltern hat so fotografiert.

    Wir erinnern folglich mit Fotos nur ein Abbild vom Leben, bestenfalls Ausschnitte unseres Lebens. Dabei könnten wir, wenn wir uns trauen würden, das Leben ablichten. Und uns so in der Zukunft erinnern, wie es wirklich war. Mindestens wären wir näher an dieser vergangenen Wirklichkeit.

    So wie ich, als ich zum Glück noch nicht wusste, wie man „richtige“ Fotos macht. Und ich deshalb festhielt, was mein Vater auch, und vielleicht vor allem, war: ein Mensch, der oft sich selbst genug war.
    August 18, 2026

  • #715

    „Ich bin kein Läufer, ich bin ein Wanderer und wenn die Füße weh tun, nehm ich halt den Zug.“ 
    – Anna Mabo
    August 16, 2026

  • #714

    European Traveler / Tauberbischofsheim, Germany / 15 August 2026
    August 16, 2026

  • #713

    Ein letztes Mal in der Wohnung meiner Mutter. Mit meinem Sohn. Die Balkontür offen. Die laue Sommernacht schickt der Stadtwohnung milden Wind. Die Glühbirne im ausgehöhlten Kristallstein verteilt Dämmerlicht. Wie ein Sonne am Abend, die sich weigert unterzugehen. Eine Täuschung, denke ich. Weil doch Veränderung die einzige Konstante ist. Ein auf die Welt kommen, und ein aus der Welt gehen. Kein Kreislauf, sondern Fließband. Ein Fließband der Zeit. Was gestern war, ist heute anders und morgen Erinnerung. Im besten Fall. Auf der anderen Seite: wir in dieser Wohnung. Verbindende Stille. Worte sparsam gewählt. Damit der Augenblick nicht flieht. Damit nichts stirbt. Nie mehr etwas sterben wird. Damit alles bleibt. Wie es ist. Am Leben.
    August 15, 2026

  • #712

    farewell / Tauberbischofsheim, Germany / 12 June 2026
    August 14, 2026

  • #711

    Das vielleicht traurigste Glück: Das Kind in die Welt gehen sehen.
    August 13, 2026

  • #710

    almost summer / Berlin, Germany / 24 May 2026
    August 13, 2026

  • #709

    Glaubenselixier

    Würde ich, wenn ich das Ende wüsste, anfangen?

    Würde ich am Morgen aufstehen, Leben stützen, Wachsen begleiten, anpacken, Staub, Schwielen und Schweiß ertragen, wenn ich sehen könnte, was wird? Wenn ich sehen könnte, was am Ende aller Tage geblieben ist? Was mir geblieben ist?

    Würde ich die Zukunft kennen können, ich würde sie nicht kennen wollen. Aber ich will glauben, dass sich jeder Gedanke, jedes aufgeschriebene Wort, jede halbwegs gute Tat, jeder bewusst erlebte Augenblick lohnt. Gelohnt haben wird. Dass jede gemeinsame Anstrengung, jede Zuwendung, jedes Gehörtwerden mehr ist als gute Gegenwart. Dass sich sein Sinn in der Zukunft erschließen kann. Erschließen wird. Dass sich am Ende alles gelohnt haben wird. Das will ich glauben. Gegen jede Vernunft.
    August 11, 2026

  • #708

    slumber land / Tuzla, Bosnia and Herzegovina/ 23 July 2026
    August 9, 2026

  • #707

    Sie hatte ihrem Mann den Rücken freigehalten.
    Als dieser sich nach all den Jahren erstmals umdrehte, erschrak sie aufs Fürchterlichste.
    August 9, 2026

  • #706

    woman behind politics / Magdeburg, Germany / 8 August 2026
    August 8, 2026

  • #705

    proudly / Tuzla, Bosnia and Herzegovina / 22 July 2026
    August 7, 2026

  • #704

    preparing / Porto, Portugal / August 2015
    August 4, 2026

  • #703

    final stop / Gunja, Croatia / 21 July 2026
    August 3, 2026

  • #702

    announcing death / Tuzla, Bosnia and Herzegovina / 23 July 2026
    August 1, 2026

  • #701

    shadow of tenderness / Berlin, Germany / 24 May 2026
    July 15, 2026

  • #700

    Will you help? / Berlin, Germany / 24 May 2026
    July 14, 2026

  • #699

    window of opportunities / Berlin, Germany / 04 July 2026
    July 7, 2026

  • #698

    best view / Sassnitz, Germany / 21 June 2026
    July 4, 2026

  • #697

    sink / Berlin, Germany / September 2015
    July 3, 2026

  • #696

    40 Grad im Schatten

    Ein Taxi summt vorbei und verschwindet hinter einem Hochhaus wie ein Statist auf der Flucht von der Bühne.

    Ein ratternder Zug in der Ferne faded aus wie der allerletzte Song einer Party, die nie zu enden versprach.

    Vertrocknete Blätter gehen auf Reisen und kennen nur eine Richtung: weg von hier.

    Im Schatten unter dem Baum weht mir der Wind ins Gesicht. Sommerhitzewind. Wie ein Versprechen, das nicht zu halten war.

    Und als wollte der Wind nun auch mich vertreiben. Mir sagen ‚Geh!‘, solange du noch gehen kannst.

    Aber ich werde bleiben. Und spüren. Und schauen. Und festhalten. Meine Gedanken. Das Taxi. Den Zug. Die Blätter. Den Wind. Auf gefestigter Haut.

    Ich werde bleiben. Bis der Regen kommt.
    June 29, 2026

  • #695

    Tauberbischofsheim by night / Tauberbischofsheim / Germany, 28 June 2026

    June 28, 2026

  • #694

    fast & food / Berlin, Germany / 24 May 2026
    June 8, 2026

  • #693

    analog / Berlin, Germany / 01 June 2026
    June 7, 2026

  • #692

    Jedes Wort ist ein Aufbruch zu einer Begegnung.
    June 7, 2026

  • #691

    together / Berlin, Germany / 24 May 2026
    May 31, 2026

  • #690

    Distracted

    I plugged my ears
    while a conversation was taking place beside me

    I watched clips of a late-night show
    while two people next to me were laughing together

    I checked for messages on the glowing glass plate in my hand
    while those coming towards me made way

    A world was waiting for me. Had I looked up.
    May 31, 2026

  • #689

    celebrity / Berlin, Germany / 24 May 2026
    May 25, 2026

  • #688

    almost summer / Berlin, Germany / 24 May 2026
    May 24, 2026

  • #687

    busy people / Porto, Portugal / August 2015
    May 24, 2026

  • #686

    three out of four / Berlin, Germany / 14 May 2026
    May 19, 2026

  • #685

    spring / Berlin, Germany / 11 May 2026
    May 18, 2026

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