Ein letztes Mal in der Wohnung meiner Mutter. Mit meinem Sohn. Die Balkontür offen. Die laue Sommernacht schickt der Stadtwohnung milden Wind. Die Glühbirne im ausgehöhlten Kristallstein verteilt Dämmerlicht. Wie ein Sonne am Abend, die sich weigert unterzugehen. Eine Täuschung, denke ich. Weil doch Veränderung die einzige Konstante ist. Ein auf die Welt kommen, und ein aus der Welt gehen. Kein Kreislauf, sondern Fließband. Ein Fließband der Zeit. Was gestern war, ist heute anders und morgen Erinnerung. Im besten Fall. Auf der anderen Seite: wir in dieser Wohnung. Verbindende Stille. Worte sparsam gewählt. Damit der Augenblick nicht flieht. Damit nichts stirbt. Nie mehr etwas sterben wird. Damit alles bleibt. Wie es ist. Am Leben.